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Geschichte des HausesCarsch-Haus

 

Ersteröffnung im Jahr 1915. Im stadtgeschichtlichen Museum finden wir heute die Büste von Paul Carsch, dem „großen Herrn mit großem Herz“, der nicht nur ein tüchtiger Kaufmann war, sondern auch genussvoller Raucher und Kaffeetrinker,

Carsch-Haus

der dazu stets ein offenes Ohr für die Belange der Menschen dieser Stadt hatte. Bereits im Jahre 1911 beantragte der die Genehmigung zum Bau eines großen Mode- und Konfektionshauses.  Damit befand er sich in bester Gesellschaft, denn seit der Mitte des 19. Jahrhunderts eroberten Warenhäuser im Sturm die ganze westliche Welt. In Paris das „Bon Marché“, das „Printemps“ und das „Samaritaine“, in London „Harrods“ oder in New York das „Stewart“.

 

Nachdem Paul Carsch die Verpflichtung unterzeichnet hatte, alle Fassaden des Neubaus „in echtem Steinmaterial in den edelsten Formen“ herzustellen, stand der strahlenden Neueröffnung vier Jahre später nichts mehr im Wege. Das Carsch-Haus, „...der Monumentalbau eines neuen Wahrzeichens des blühenden Handelns unserer schönen Düsselstadt..“ war geboren.

Schon damals im Herzen Düsseldorfs gelegen, an der berühmten Alleestraße mit seinem Musikpavillon, der bis heute den Haupteingang des Gebäudes ziert. Damals wie heute war der Platz ein beliebter Anziehungspunkt für die Bevölkerung. Mit der Eröffnung des Carsch-Hauses 1915 war Deutschland um einen modischen Mittelpunkt reicher, denn es hatte einen sensationellen Ruf hinsichtlich internationaler Mode. Es bot Modelle an, die es in ganz Deutschland nur im Carsch-Haus gab und hieß damals auch nicht ohne Grund „Haus des Westens“.

 

Neu-Eröffnung 1984

 

 

Carsch-Haus

Paul Carsch und seine Frau Bella schufen sich angesichts der politischen Situation 1939 in den Niederlanden ein neues Zuhause und Fritz Seifert, Prokurist im Frankfurter Stammhaus, übernahm das Düsseldorfer Geschäft. Zwar wurde das Carsch-Haus während des Krieges beschädigt, aber es blieb so viel übrig, dass eine Wiederherstellung nach dem Krieg möglich war.
Als Kulturzentrum „Die Brücke“ und als Heimat der „Kammerspiele“ wurde es zu einem kulturellen Begriff.
Doch mit der neuen Zeit kamen auch viele Änderungen und Neuerungen für die Stadt Düsseldorf.

Nach vielen Diskussionen erging 1978 der Planfeststellungsbeschluss zum Bau der U-Bahn mit ihrem großen, unterirdischen Umsteigebahnhof samt Passagen und Ausgängen. Problematisch war der Standort des Carsch-Hauses, der den Bau behinderte. Der Vorschlag des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege, das ganze Haus zu erhalten, indem es Stein für Stein ab- und 23 Meter nach hinten versetzt wieder aufgebaut würde, fand Zustimmung und mit der Horten AG einen privaten Investor, der die drei Komponenten „Städtebau“, „Denkmalpflege“ und „Verkehr“ in der richtigen Ausgewogenheit miteinander vereinigte. 2.500 Baupläne und 6 Jahre weiter ist das alte neue Carsch-Haus fertiggestellt. Der ideale Standort und die mit Liebe zum Detail wiedererrichtete neoklassizistische Fassade des Carsch-Hauses bilden den Rahmen  für ein in seiner Art einzigartiges Warenhaus.